Familienfreundlichkeit
ist - gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten - im Wettbewerb
der Regionen ein wichtiger Standortfaktor. Im Rennen um die besten
Köpfe hat diejenige Region die Nase vorn, die Fachkräften nicht nur
attraktive Karrierechancen, sondern auch ein familienfreundliches
Umfeld bieten kann. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend und die Bertelsmann Stiftung haben dazu im Rahmen ihres seit
2003 bestehenden Kooperationsprojekts "Balance von Familie und
Arbeitswelt" heute das Pilotprojekt: "Europäische Metropolregion
Nürnberg - Auf dem Weg zur familienfreundlichsten Wirtschaftsregion"
gestartet.
"Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist heute ein Top-Thema - für Unternehmen wie für Regionen", sagt der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Gerd Hoofe,
anlässlich des Projektstarts. "Die Zukunftschancen von Regionen hängen
entscheidend davon ab, dass sie Familien attraktive Lebensbedingungen
bieten. Zukunftsfähige Unternehmen brauchen qualifizierte Mütter und
Väter mehr denn je - das Personal wird ein entscheidender Faktor sein,
sobald die Krise überwunden ist und es wieder aufwärts geht. Nürnberg
soll dabei Trendsetter für andere Regionen in Deutschland werden -
Nachmachen ausdrücklich erwünscht", so Hoofe.
"Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit der
Europäischen Metropolregion entschieden, weil sich hier schon seit
Jahren viele Unternehmen und Experten für eine familienbewusste
Personalpolitik engagieren und weil die Region über eine politische
Struktur verfügt, die eine schnelle Konsensbildung und ein Votum zur
'familienfreundlichen Wirtschaftsregion' möglich macht", sagt Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung.
"Die neuen Programme der Bertelsmann Stiftung ergänzen die gute Arbeit
von Kammern, Kommunen und Familienbündnissen bei der Initiative
Familienbewusste Personalpolitik in der Metropolregion Nürnberg.
Fortbildungsmaßnahmen für Unternehmen und das Wirtschaftsumfeld helfen
mit konkreten Projekten vor Ort, Mitarbeiterbindung und -identifikation
zu erhöhen und Familienfreundlichkeit erlebbar zu machen."
"Nürnberg hat im Jahr 2000 mit der Gründung des
bundesweit ersten 'Bündnis für Familie' schon einmal eine
Vorreiterrolle auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit übernommen -
inzwischen hat dieses deutschlandweit fast 600 Nachahmer gefunden", so Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und Vorsitzender des Rates der Europäischen Metropolregion Nürnberg.
"In unserer Metropolregion beschäftigen sich mittlerweile 34 lokale
Netzwerke für Familien in unterschiedlicher Intensität mit dem
Themenfeld, Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Standortfaktor
Familienfreundlichkeit genießt in der Stadt und bei vielen Unternehmen
und Entscheidungsträgern in der Region schon heute einen hohen
Stellenwert."
"Gerade in einer wirtschaftlichen Krise kommt es
darauf an, qualifizierte Fachkräfte an das Unternehmen zu binden und
als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben", sagt Prof. Dieter
Kempf, Vorsitzender des Vorstandes der DATEV eG und Mitglied der
Vollversammlung der IHK Nürnberg für Mittelfranken als Schirmherr des
Modellprojekts. "Dafür ist eine Unternehmenskultur mit guten
Work-Life-Balance-Angeboten unerlässlich. Zusammen mit weiteren
Unternehmen ist die DATEV schon seit 2004 in der Initiative
Familienbewusste Personalpolitik aktiv; durch regen Erfahrungsaustausch
werden die best-practice-Beispiele in die ganze Region hineingetragen."
"Familienfreundlichkeit in Unternehmen ist nicht
nur ein Beleg für soziale Kompetenz, vielmehr wurde in diversen Studien
nachgewiesen, dass eine bewusst familienfreundliche Personalpolitik
sich für die Arbeitgeber auch in barer Münze auszahlt", erklärt Dr. Roland Fleck, Leiter des Forums "Wirtschaft und Infrastruktur" der Europäischen Metropolregion Nürnberg.
"Familienbewusste Unternehmen weisen eine um 17 Prozent höhere
Mitarbeiterproduktivität auf, die sich u. a. auf höhere Motivation der
Beschäftigten, geringere Fehlzeiten und eine höhere Bindung von
Fachkräften zurückführen lässt. Damit gelingt es familienbewussten
Unternehmen auch, ihre Kunden langfristiger an sich zu binden (12
Prozent). Dies ist das Ergebnis einer Studie des von der
berufundfamilie GmbH gegründeten Forschungszentrums Familienbewusste
Personalpolitik (FFP) an der Universität Münster und der Steinbeis
Hochschule Berlin. Eine nachhaltige Familienpolitik kann laut Institut
der deutschen Wirtschaft (IW) das wirtschaftliche Wachstum eines Landes
um insgesamt 0,5 Prozentpunkte pro Jahr anheben."
Zahlen, Daten, Fakten zur Europäischen Metropolregion Nürnberg
Etwa 3,5 Millionen Menschen leben in der
Metropolregion Nürnberg. Sie umfasst acht Landkreise und drei
kreisfreie Städte und reicht von Ansbach über Bamberg bis Coburg. Schon
heute gibt es eine Vielzahl von Initiativen, die Unternehmen auf ihrem
Weg zu mehr Familienfreundlichkeit unterstützen. Bis Ende 2010 will die
Region zusätzliche und flächendeckende Angebote zur
Familienfreundlichkeit schaffen, um es den hier ansässigen 150.000
Unternehmen zu ermöglichen, vorhandene erfolgreiche Beispiele zur
Familienfreundlichkeit selbst zu nutzen.
So arbeiten in der Initiative Familienbewusste
Personalpolitik für die Metropolregion Nürnberg 150 Unternehmen mit
rund 250 Institutionen, Kammern, Verbänden u. a. Akteuren zusammen. Im
audit berufundfamilie wurden bisher 31 Unternehmen erfolgreich
auditiert. 106 Untenehmen sind im Unternehmensnetzwerk Erfolgsfaktor
Familie des Bundesfamilienministeriums vertreten. In 34 lokalen
Bündnissen engagieren sich rund 500 Betriebe.
Das Pilotprojekt: "Europäische Metropolregion
Nürnberg - Auf dem Weg zur familienfreundlichsten Wirtschaftsregion"
wird von der Agentur für Arbeit Nürnberg, dem Bündnis für Familie
Nürnberg, der DATEV eG, dem Forum Wirtschaft und Infrastruktur der
Europäischen Metropolregion Nürnberg, der
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der IHK Nürnberg für
Mittelfranken, der Initiative Familienbewusste Personalpolitik in der
Metropolregion Nürnberg, Stadt Coburg, Bündnis "Coburg - Die
Familienstadt" und "Susanne Bohn Leadership Competence" unterstützt.
Weitere Informationen zum Modellprojekt sowie zur Metropolregion Nürnberg bieten die Websites http://www.em-n.eu/ sowie http://www.bertelsmann-stiftung.de/Familienfreundlichkeit_in_der_Metropolregion_Nürnberg.
Quelle: Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend