„Kein Spielzeug symbolisiert den traditionellen Anspruch, Kinder zum Erkennen und Entwickeln der eigenen Fantasie und Kreativität zu führen so sehr, wie der Ankerstein“, beschreibt Gerhard Gollnest die Motivation der norddeutschen Spielzeughersteller beim Erwerb des ANKER-Werks.
Hergestellt aus reinen Naturmaterialien: Quarzsand, Kreide und Leinöl. Vor 15 Jahren erlebten die Ankersteine ihre Renaissance und erobern jetzt wieder die Herzen kleiner und großer Baumeister.
Nach der Einstellung der Produktion durch den staatlichen Eigentümer DDR im Jahr 1963 verhalf der Ankerfreund und Akustikprofessor Georg Plenge den Ankersteinen 1995 zum Comeback. Er gründete die Anker Steinbaukasten GmbH. „Ich habe Freunde gefunden, die wie ich der Faszination der Ankersteine erlegen sind. Wir wollten die Ankersteine aus dem Dornröschenschlaf erwecken." Heute sind wieder dreizehn Anker Steinbaukästen nach Originalvorlagen erhältlich, die auch prompt das Gütesiegel „Spiel gut" und den „Oskar" der US-Spielwarenindustrie „Parent’s Coice Award in Gold" verliehen bekamen. So sind die dreidimensionalen Baukästen moderner denn je: Sie entsprechen höchsten ökologischen und pädagogischen Ansprüchen. Und man mag es kaum glauben. Bis heute werden so manche schwierigen Steinformen teilweise per Handarbeit hergestellt, das dazu benötigte Material mit fachkundigen Blick ausgewählt. Ursprünglich gab es einmal 400 Baukästen mit insgesamt 1200 verschiedenen Steinformen. Damals im Jahr 1880 erwarb der Fabrikant Friedrich Adolf Richter, Inhaber eines Betriebs für chemisch-pharmazeutische Produkte, die Rechte zur Herstellung von stabilen Bausteinen von den Brüdern Otto und Gustav Lilienthal, die dieses Verfahren in alten Büchern entdeckt hatten. Aufbauend auf den Theorien Friedrich Fröbels, dem Gründer des ersten Kindergartens, schufen die beiden Flugpioniere 1875 damit die Grundlagen für einen Baukasten aus Stein. Gerade vier Jahre besaß Richter die Rechte am Verfahren, als in der Rudolstädter Fabrik schon die ersten vier Steinbaukästen in Serie produziert wurden. Danach ging alles ganz schnell: Der roten, gelben und blauen Steine eroberten nach und nach die Kinderzimmer rund um den Globus. Grund- und Ergänzungskästen erlaubten allen Hobbyarchitekten verschiedenste Bauwerke ohne Klebstoff nachzubilden und beliebig zu variieren – das erste Systemspielzeug war entstanden. Präzise, dreidimensionale Zeichnungen und Schnittpläne lagen den Kästen bei, die vorwiegend Kirchen, Pavillons, Wachtürme, Brücken, Schlösser und Festungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zum leichten Nachbauen vorsahen. Im Unternehmen wird heute geschätzt, dass von 1880 bis 1963 rund fünf Milliarden Ankersteine weltweit verkauft worden waren. Die heutigen Kästen sind ebenso aufwändig wie damals: 3-D-Zeichnungen und ausführliche Bauanleitungen liegen jedem Baukasten bei.
Im Frühjahr 2010 werden die Ankerwerke in Rudolstadt in neue Produktionsräume umziehen, die den Ablauf der Arbeiten vereinfachen und beitragen werden, höhere Stückzahlen Steine herzustellen.
Premiere auf der Internationalen Spielwarenmesse 2010: Zum ersten Mal wurden neue Spielzeuge aus Ankerstein vorgestellt. Mit den neuen Spielzeugen werden Kinder neu an das wertvoll anmutende Material der Ankersteine herangeführt. Für die Steine wurde eine völlig neue, kindgerechte Farbwelt entwickelt. Das
Material der Ankersteine ist ideal geeignet, die neue Spielzeugwelt entstehen zu lassen.
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